Pfefferminze
(Mentha piperita)
Frisch und grün sieht sie aus und so schmeckt sie auch, die Menthae piperitae aus der Familie der Lippenblütler. In England entstand vor etwa 150 Jahren aus grüner Minze und Wasserminze diese berühmte Kreuzung, die heute vor allem in Zahnpasta und Kaugummi als „Spearmint“ Verwendung findet. Und die Engländer schätzen auch heute noch eine Sauce mit Pfefferminze zum Lammbraten, was sich im restlichen Europa nicht durchsetzen konnte. Die zahlreichen alten Minzesorten gibt es zum Teil schon seit Jahrtausenden, rund um das Mittelmeer wuchsen sie ursprünglich und sind heute in ganz Europa und Nordamerika heimisch, weil inzwischen winterharte Züchtungen angeboten werden.
In Vorderasien wird die ursprüngliche Heimat der Minze vermutet. Noch heute ist in arabischen Ländern ein Besuch oder der Abschluss eines Geschäftes ohne ein Glas Pfefferminztee mit viel Zucker nicht denkbar. Der Tee wird dabei übrigens ausschliesslich heiss getrunken, während man sich in Europa gerne nach den Aussentemperaturen richtet und im Sommer eine gekühlte Variante des Getränks bevorzugt. Immer beliebter wird auch ein Zweig frischer Minze in einem Krug Wasser, auch Zitronen- oder Limonenscheiben passen dazu. Das natürliche Aroma schmeckt gut und erfrischt. Und wer gerne selbst Marmelade einkocht, weiss es vielleicht schon: grob gehackte Minzeblättchen ergänzen perfekt die Fruchtsüsse von Pfirsich, Aprikose oder Melone mit ihrem würzigen Aroma, wenn man sie am Ende des Kochvorgangs unterrührt.
Und wer einen Garten oder grösseren Balkon hat, sollte sich die Anschaffung einiger Pfefferminz-Jungpflanzen überlegen. Die Minze wächst sehr unkompliziert in feuchten, nicht zu lockeren Böden und treibt jedes Jahr im Frühling wieder aus. Empfindliche Sorten kann man durch eine Abdeckung aus Zweigen schützen, wenn die Winter zu eisig werden. Die Auswahl der Lieblingsminze ist schwer, da es nicht nur die typische grüne Minze gibt, sondern auch Sorten mit silbrigem Laub, runden oder länglichen Blättern, und Blüten in weissen, violetten und rosa Farbtönen. Auch die vielen Aromen verführen dazu, gleich einen kleinen Minzegarten anzulegen: Apfel-, Orange-, Mandarine-, Erdbeer- oder Ananasduft stehen zum Schnuppern zur Verfügung. Bei der Minze kann man übrigens unbedenklich die Pflanze mit Stängel und Blätter zur Herstellung von Tee verwenden, am besten schneidet man die Stängel bodennah ab, bindet sie mit einer Schnur zu kleinen Büscheln zusammen und hängt sie an einem luftigen warmen Ort zum Trocknen auf. Dort können sie bis zum Gebrauch hängen bleiben oder in kleine Stücke geschnitten und in Gläser gefüllt werden.
In der Volksmedizin ist die Minze ein seit Jahrhunderten angewandtes, bewährtes Heilmittel gegen Kopfschmerzen, sogar bei Migräneanfällen. Und noch eine Heilwirkung hat das grüne Kraut: Schon Hildegard von Bingen, die berühmte kräuterkundige Äbtissin, empfahl die Krauseminze zur Förderung der Verdauung. Noch heute wird die Minze bei Magen-Darm-Störungen eingesetzt. Egal ob Blähungen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Reizdarm oder Mundgeruch, die enthaltenen Gerbstoffe und ätherischen Öle wie das Menthol veranlassen die Leber, mehr Gallensaft zu produzieren, der für eine gute Verdauung besonders von fetthaltigen Nahrungsmitteln unentbehrlich ist. Das bekannte japanische Heilpflanzenöl wird ebenfalls aus Minze hergestellt und wird vor allem zum Einreiben gegen Kopfschmerzen und Muskelschmerzen, zum Inhalieren bei Atemwegsinfekten oder zum Einnehmen bei Magen-Darm-Beschwerden genutzt.
Volksnamen
Ackerminze, Aderminze, Balsam, Edelminze, Englische Minze, Gartenminze,
Katzenkraut, Teeminze
Wirkung und Anwendung von Pfefferminze
Anregung des Galleflusses bei Gallenbeschwerden
Appetitlosigkeit
Beruhigungsmittel
Blähungen
Brechreiz
Darmatonie
Darmkoliken
Durchfall
Dyspepsie
Entzündungen der Magenschleimhaut
entzündungswidrig
Erkältung
Erkältungskrankheiten
Gallenbeschwerden
Gallensteine
galletreibend
Gastritis
Gicht
keimtötend
Konzentrationsschwäche
Kopfschmerzen
krampflösend
Magen- Darmbeschwerden
Magenschmerzen
Menstruationsbeschwerden
Migräne
Muskel- und Weichteilrheuma
Obstipation
Regel
Rheuma
Schlaflosigkeit
schmerzstillend
Schnupfen
Spannungskopfschmerz
Übelkeit
Verdauungsbeschwerden
Verdauungsschwäche
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl (u.a. Menthol) Gerbstoffe
Bitterstoffe Enzyme
Sammelzeit: im Frühsommer vor der Blüte
Anwendung
Nervenstärkend
Je
1 Teelöffel Minze, Melisse und zerstoßene Anissahmen mit 1 Tasse
kochendem Wasser überbrühen. 10 Minuten ziehen lassen und durch
ein Sieb gießen. Bei Bedarf eine Tasse trinken. Mit Honig süssen.
Badezusatz zur allgemeinen Stärkung und Kräftigung und
für eine wohltuende Wirkung auf die Nerven
Aufguss von 250 bis 500 g Pfefferminz in 2 bis 3 Liter Wasser auf
ein Vollbad.
Bei empfindlichem Magen
20 g Tausendgüldenkraut
50 g zerstossene Kümmelfrüchte
40 g Kamillenblüten
40 g Pfefferminzblätter
2 Teelöffel der Mischung mit 250 ml kochendem Wasser übergiesen
und 10 Minuten ziehen lassen. Danach absieben.
Nach Bedarf 2 bis 3 Tassen pro Tag trinken.
Bei nervösem Magen mit verbundener Appetitlosigkeit
30 g Kamillenblüten
30 g Thymiankraut
30 g Baldrianwurzel
15 g Pfefferminze
2 Teelöffel der Mischung mit 250 ml kochendem Wasser übergiesen
und 10 Minuten ziehen lassen. Danach absieben.
Nach Bedarf 2 bis 3 Tassen pro Tag trinken.
Bei Gallenbeschwerden
30 g Löwenzahnwurzel
30 g Pfefferminzblätter
15 g Kurkumawurzelstock
2 Teelöffel der Mischung mit 250 ml kochendem Wasser übergiesen
und 10 Minuten ziehen lassen. Danach absieben.
Nach Bedarf 2 bis 3 Tassen pro Tag trinken.
Bei Durchfall
20 g Kamillenblüten
20 g Thymiankraut
20 g Pfefferminzblätter
10 g Salbeiblätter
2 Teelöffel der Mischung mit 250 ml kochendem Wasser übergiesen
und 10 Minuten ziehen lassen. Danach absieben.
Nach Bedarf 2 bis 3 Tassen pro Tag trinken.
Vorsicht
Bei Überdosierung kann es zu Entzündungen im Verdauungstrakt
kommen.
Pfefferminzöl kann zu Hautreitungen führen.
Ätherisches
Öl
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