Arnika - das „Fallkraut“
Die Arnika (Arnika montana) hat – obwohl schon seit Jahrhunderten bekannt – nichts von ihrer Bedeutung als Heilpflanze verloren. In der freien Natur ist sie allerdings selten geworden. Während sie früher auf jeder Bergwiese zu finden war, ist sie heute vom Aussterben bedroht und steht deshalb unter Naturschutz.
Außer der Bergarnika gibt es noch eine Wiesenarnika, die leichter zu züchten ist. Botanisch gehört die Arnika zu den Korbblütler und Stauden, sie treibt nach der Winterruhe im Frühling wieder aus. Ihre aromatisch und etwas herb duftenden Blüten öffnen sich von Juni bis August, sind auffallend und strahlend gelb.
In der Homöopathie werden sowohl die Blüte als auch der Wurzelstock verwendet. Auch Sebastian Kneipp zählte die Arnika zu den besten und unentbehrlichen Heilpflanzen.
Schon die Mönche des frühen Mittelalters schätzten die Pflanze. Sie wurde als „Fallkraut“ bezeichnet. Bei stumpfen Verletzungen mit Prellung, Bluterguss, Quetschung und Schwellung brachten in Arnika-Tinktur getränkte Umschläge schon damals Linderung. Aber auch bei Knochenbrüchen wurde Arnika zur Unterstützung der Heilung eingesetzt. Und bei Muskelschmerzen, Rheuma oder Gichtanfällen halfen diese feuchten Tücher mit Arnika ebenfalls gut. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum führte man Spülungen mit verdünnter Arnika-Tinktur durch. Heute kennt man die Gründe für den Heilerfolg der Pflanze: sie wirkt antibakteriell und schmerzlindernd, regt zudem die Durchblutung an.
Viele Patienten berichten über gute Erfahrungen mit Arnika, wenn sie kurz vor und gleich nach einer Operation eingenommen wird. Arnika trägt zu einer raschen Abschwellung im Op-Gebiet und einer beschleunigten Wundheilung bei. Unverdünnt kann Arnika allerdings zu Reizungen führen, man sollte sich also bei der Tinktur präzise an die empfohlenen Verdünnungshinweise halten. Allergiker sollten vorsichtig prüfen, ob sie Arnika vertragen, besonders wenn bereits gegen andere Korbblütler wie z.B. Schafgarbe eine Allergie besteht.
Von Goethe wird berichtet, dass ihm sein Arzt nach einem Herzinfarkt Arnikatee empfahl. Er lobte die gute Wirkung des Tees auf sein Befinden. Da man heute weiß, dass die Arnika in allen Teilen giftig ist, sollte man auf die innerliche Anwendung von Arnika als Tee verzichten. Der Nutzen steht in keiner Relation zu den Gefahren einer Vergiftung, besonders da uns heute für diese Indikationen ungiftige und bewährte Substanzen zur Verfügung stehen.
Heute muss und sollte keiner mehr einen Ausflug in die Bergwelt unternehmen, um Arnika zu pflücken. Apotheken und Reformhäuser bieten für jeden Zweck eine fertige Mixtur an: für die äußerliche Anwendung gibt es Salbe, verdünnte Tinktur zum Gurgeln oder als Wundauflage und zum Einnehmen Globuli.
Bei uns zuhause befindet sich Arnica C30 als Streukügelchen immer in der Hausapotheke. Ich machte folgende Beobachtung: Zweimal kurz hintereinander zog ich mir eine Verbrennung 2. Grades an der Hand zu. Die Haut war stark gerötet und es bildeten sich rasch Brandblasen. Das erste Mal hatte ich keine Heilmittel parat und die Verbrennung heilte unter großen Schmerzen innerhalb von einer Woche ab. Bei der zweiten Verletzung nahm ich auf Empfehlung einer Freundin sofort 5 Globuli Arnica C30 ein, was zu einer raschen Schmerzlinderung führte. Am nächsten Morgen war die große Brandblase zu meiner Überraschung kaum noch zu sehen, einen weiteren Tag später praktisch abgeheilt. Und da Arnika in Form von Streukügelchen lange haltbar, vielseitig einzusetzen und nicht teuer ist, lohnt sich die Anschaffung.
Volksnamen
Bruchkraut, Blutblum, Berg-Wohlverleih, Fallwurz, Fallkraut, Engelsblume, Johannisblume,
Stichkraut, Schreckblume, Schmalzblume, Niesblum, Mägdeblum, Mutterwurz,
Kraftwurz, Kraftrose, Johannisblume, Wohlverleih, Wundkraut Wirkung
und Anwendung von Arnika Aphthen Blutergüsse Gelenkentzündungen
Herzbeschwerden Krampfadern Mundschleimhautentzündung Neuralgien
Quetschungen Rachenentzündung Rheuma schlecht heilende Wunden
Schmerz Schwellungen Venenentzündung Verstauchungen Zahnfleischentzündungen
Zerrungen Ein Umschlag mit Arnika-Tinktur hilft schnell gegen Schwellung
und Schmerz. Verwendete Pflanzenteile: Blüten Inhaltsstoffe:
ätherisches Öl, Bitterstoffe, Flavone, Procyanidine, Helenalin
Sammelzeit: Juli / August (teilweise geschützt) Anwendung
Frische Arnikablätter können auf Blutergüsse aufgelegt werden,
allerdings nicht auf offene Wunden. Die innere Anwendung von Arnika ist mit Vorsicht
zu genießen. Zu hohe Dosierung kann zu Übelkeit und Erbrechen oder
sogar Herzklopfen führen. Im Zweifelsfall befragen Sie bitte immer Ihren
Arzt. Bei niedrigem Blutdruck in der Früh nach dem Aufstehen langsam
ein wenig von der Abkochung aus Arnikawurzeln trinken. 1 Teelöffel
Arnikablüten oder Arnikablätter, 1Tasse Wasser Teezubereitung
Wasser zum Kochen bringen, vom Herd nehmen. Arnika mit heissem (nicht kochendem
Wasser) aufgiessen. 5 Minuten ziehen lassen. Davon trinkt man je ein Drittel
in der Früh, zu Mittag und am Abend. Arnikatinktur
gegen Prellungen und blaue Flecken Je 20g Arnika, Ysop und Salbei mit 1/4
Liter hochprozentigem Korn ansetzen und mindestens 12 Tage ziehen lassen.
Abgiessen und die Blätter ausdrücken. Danach absieben und in einer Flasche aufbewahren.
Arnika-Kompresse Eine Kompresse mit Arnika hilft bei Insektenstichen,
Prellungen, Blutergüssen und Verstauchungen. Die Kompresse kühlt die
Haut und läßt sie abschwellen. Dazu werden 4 Esslöffel getrocknete
Arnikablüten mit ca. 200 ml kochendem Wasser übergossen. Das Ganze läßt
man 10 Minuten ziehen. Tränken sie dann ein dünnes Tuch mit dem Tee
und legen sie das Tuch mehrere Stunden auf die betroffene Stelle. Achtung:
Nicht auf offene Wunden legen! Den Tee nicht trinken! Giftig! Ätherisches
Öl
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