Holunder (Sambucus nigra)Von Mai bis Juli kann Sambuca nigra auch von botanisch Unkundigen leicht entdeckt werden: dann bedecken üppige Dolden aus feinen weissen Blüten den robusten Strauch. Der Duft ist intensiv und herb. Gerne wächst der Holunder an einem windgeschützten Platz in der Nähe eines Gebäudes oder am Waldrand. Grosse Ansprüche an seine Umwelt stellt er nicht. Wo er ungestört wachsen kann, erreicht er leicht eine Höhe von 5-7 Metern. In Europa ist er weit verbreitet, aber auch in Vorderasien und Afrika zu finden. Den Kelten galt er als heiliger Baum, für die Germanen war er der Baum der Göttin Holder, auch Holla genannt, die uns im Märchen von Frau Holle wieder begegnet. Menschen, Pflanzen und Tiere standen unter dem Schutz dieser Göttin. Sie wurde als weise Frau und Heilerin bei Krankheiten verehrt. Auch eine Wirkung gegen Zauber und böse Geister wurde dem Strauch zugeschrieben, vor Blitzen sollte er ebenfalls wirksam schützen. Aus diesen Gründen war es lange Jahre verboten, einen Holunderstrauch zu fällen.
In der traditionellen chinesischen Medizin und in der Volksheilkunde spielt er schon seit Jahrtausenden eine wichtige Rolle, zu Recht, wie jüngste Studien bewiesen haben. Holunder enthält Blüte, Beere, Blätter und Rinde Bestandteile, die wie ein natürliches Antibiotika wirken. Unser Immunsystem unterstützt er zusätzlich mit grossen Mengen der Vitamine A und C. Damit ist er ideal zur Vorbeugung grippaler Infekte, aber auch während einer Erkältung tut Holunderblütentee einfach gut. Er wirkt schweisstreibend und löst zähes Sekret in den Bronchien, damit es leichter abgehustet werden kann.
Am einfachsten macht man sich die Heilkräfte des Holunders in einem Tee zunutze. Aus 2-3 Teelöffel getrockneten Blüten, heissem Wasser und 5 Minuten Geduld lässt sich ein aromatisches Getränk zubereiten. Wer lieber die Beeren verwerten will, muss etwas mehr Zeit investieren. Zwischen August und Oktober ist es soweit: der Holunder ist erntereif. Wenn alle Beeren an einer Dolde tief schwarz gefärbt sind, ist der beste Zeitpunkt für das Pflücken. Der Saft des Holunders färbt alles intensiv und wurde deshalb früher als Färbemittel verwendet. Hände färbt er natürlich auch! Bei der Verarbeitung in der Küche sollte man vorsichtig sein: in unreifem Zustand enthalten die Beeren, Rinde und Blätter den Giftstoff Sambunigrin, der zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen kann. Auch reife Beeren sind nicht ganz giftfrei. Erst durch Erhitzen über 80° wird es zerstört.
Während viele den puren Genuss des Holunders lieben, finden ihn andere etwas zu herb. Gemischt mit Äpfeln, Zwetschgen oder Brombeeren schmeckt er milder. Ob als Saft, Gelee oder Marmelade, Sekt oder Likör, es lohnt sich in jedem Fall, den Holunder für sich zu entdecken.
Volksnamen
Ellhorn, Flieder, Elderbaum, Schwarzholder, Holler, Holderbusch Wirkung
und Anwendung von Holunder
Erkältungen
Erkältungskrankheiten fettige Haut Fieber Gicht Grippe
Harnsteine harntreibend Hautunreinheiten Konzentrationsschwäche
Lernschwäche Mitesser Neuralgien Rheuma schweißtreibend
Stärkung des Immunsystems Verstopfung Wassersucht
Verwendete
Pflanzenteile
Blüten und Beeren
Inhaltsstoffe
Glycoside ätherisches
Öl Cholin Schleimstoffe Gerbstoffe Vitamin C
Sammelzeit
Juni
Anwendung
2 Teelöffel Holunderblüten auf 1 Tasse Tee. Wasser zum Kochen bringen,
vom Herd nehmen, über die Holunderblüten gießen. Zugedeckt ca.
5 Minuten ziehen lassen, abseihen. Langsam und schluckweise trinken. bei
fettiger Haut mit Mitessern 15
g Hollunderblüten mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen
lassen. Warm als Gesichtswasser oder Kompressen anwenden. Badezusatz
bei Gliederschmerzen Aufguss von 250 g Holunderblüten in 1 Liter Wasser
auf ein Vollbad Erkältungs-Tee mit Holunderblüten 2 gehäufte Teelöffel
Holunderblüten (getrocknet) 1 Tasse kochendes Wasser Man übergießt die
Holunderblüten mit dem kochenden Wasser und läßt 10 Minuten ziehen. Täglich
3-4 Tassen Hexenschuß Teemischung aus je 2 Teile Birkenblätter
und Holunder , je 3 Teile Weidenrinde und Johannisblätter. Einen Teelöffel
pro 250 ml kochendem Wasser. Fünf Minuten ziehen lassen, danach absieben.
Dreimal täglich 1 Tasse trinken. Erkältungssaft aus Holunder
Holundersaft ist entzündungshemmend, lässt beginnde Erkältungen
verschwinden und ist abwehrsteigernd. Pressen sie aus reifen Holunderbeeren ca.
125 ml Saft aus und geben die gleiche Menge Wasser dazu. Hinzu kommt noch eine
Stange Zimt und eine Gewürznelke. Diese Mischung sanft erhitzen. Wenn der
Saft auf Trinktemperatur ist geben Sie noch den Saft einer Zitrone und einer Orange
hinzu, die darin enthaltenen Vitamine unterstützen die Wirkung. Süßen
sie dann noch mit Honig und trinken sie den Saft möglichst heiss. Vorsicht
Frischer Holunder (Blätter, Rinde, Wurzeln,unreife Holunderbeere und ungekochte
reife Beeren) können leicht giftig wirken und Übelkeit und Brechreiz
bewirken.
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